Frank Müller, Chartered Surveyor – Bachelor Immobilienmanagement,

Inhaber der Firma fmi Frank Müller Immobilien

Neuer Mietspiegel für Wuppertal

Wohnraummieten gut abgebildet

 

 

Der neue Wuppertaler Mietspiegel war längst überfällig und eine schwierige Geburt. Das Ergebnis kann sich jedoch sehen lassen.

Die Grundmieten steigen moderat.

Zu lange mussten die Eigentümer und Mieter in Wuppertal auf die neue „Richtschnur“ für freifinanzierte Wohnungen warten. Die Datenbasis des alten Mietspiegels war etwa acht Jahre alt.


Zuletzt wurde ein qualifizierter Mietspiegel 2010 veröffentlicht. Die Datenbasis stammte aus den Jahren davor. Im Jahre 2012 wurde dann der Mietspiegel 2010 ohne Änderungen fortgeschrieben. Seither mussten Mieter und Vermieter mit der alten nicht gerichtsfesten Übersicht umgehen. Die Folge war eine erhebliche Anzahl vermeidbarer gerichtlicher Auseinandersetzungen bei Konflikten um die Miethöhe. 2015 ist die Stadt Wuppertal mit dem Versuch gescheitert, einen qualifizierten Mietspiegel zu erstellen.


Wissenschaftlich fundiert erarbeitet


Es ist nicht einfach, die Preise von Mietwohnungen unter Berücksichtigung
der Größen, der Baujahre, der Ausstattungen, der Lagen, der Modernisierungszustände und Komfortmerkmale zu analysieren. Unter Beteiligung der Mieter- und Eigentümerverbände und der Stadt Wuppertal ist man letztlich schon 2015 gescheitert, verwertbares Zahlenmaterial zu erarbeiten. Letztlich bedarf es immer der Mitwirkung der Hauseigentümer, Verwalter etc. um einen Marktüberblick zu erhalten.

 

Heraus kam ein Fragenkatalogmonster, dass nur Eigentümer mit einem betriebswirtschaftlichen Studium und mindestens vier weiteren absolvierten
Semestern im Fach Bauingenieurwesen seriös beantworten konnten. In einem neuen Versuch das InWis-Institut – ein renommiertes immobilien-wirtschaftliches Forschungsinstitut in Bochum – mit der Mietspiegelerstellung zu beauftragen, war eine gute Idee und hat sich bewährt. Der neue Mietspiegel dürfte qualitativ der mit Abstand Beste sein, der bislang veröffentlicht wurde.


Ein paar Verbesserungspotentiale gibt es noch


Bei einigen durch uns selbst vorgenommenen Vergleichsstichproben waren

die Ergebnisse durchaus realistisch und zufriedenstellend. Jedoch ist der Mietspiegel nicht überall perfekt. Zum Beispiel wurden bei den Oberböden Echtholzparkett und hochwertige Natursteinböden als zuschlagsauslösend beispielhaft genannt. Z. B. Hochwertige Vinylböden jedoch, die unverlegt zwischen € 30,- und € 60,- pro Quadratmeter kosten können, sind ein
neuer potentieller Zankapfel. Insgesamt erscheinen die Zuschläge für

qualitativ gute Ausstattungen eher gering. Dies könnte zur Folge haben,

dass weiterhin überwiegend „billig“ saniert oder renoviert wird. Dies ist kein gutes Signal für die umfangreiche stadtbildprägende Altbausubstanz, die um 1900 entstanden ist.


Hier würde mehr Sanierungsqualität dem Stadtbild insgesamt helfen.
Der neue Mietspiegel lässt hierfür jedoch keinen wirtschaftlichen
Spielraum erkennen.


Text | Frank Müller,
Chartered Surveyor –
Bachelor Immobilienmanagement,
fmi Frank Müller Immobilien

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